• Informationsbroschüre: Vexham

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• Informationsbroschüre: Vexham

from Admin on 03/22/2020 02:39 PM

1 – SETTING, AUSSENWELT
Caught spielt im Jahre 2057 in den USA. Während die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft und die Illusion der Mittelschicht sich vollständig aufgelöst hat, verliert die Regierung mehr und mehr die Kontrolle über die Gesellschaft. Arbeitslosenzahlen schießen in die Höhe und auch diejenigen, die eine Arbeit ergattern konnten, können davon weder sich selbst noch eine Familie ernähren. Ohne jedwede Sozialhilfe versuchen immer mehr Verzweifelte, sich mit Diebstahl am Leben zu halten, andere verfallen Sucht und Beschaffungskriminalität, die Nächsten machen sich den Bedarf an günstigen Rauschmitteln gnadenlos zunutze. Währenddessen lässt eine gnadenlos überlastete Polizei den schnellen Zuwachs von Gangs tatenlos geschehen, die für immer mehr Gewaltdelikte in den Straßen sorgen. Die wachsende Armut und der Mangel an Kontrolle lassen die Zahl der Straftäter nach oben schießen, aber es wird kein Unterschied zwischen denen gemacht, die nur über die Runden kommen wollen, und denen, die ihre Zügel im entstandenen Chaos gelockert sehen.

Währenddessen hat die Instabilität der Gesellschaft auch den technischen Fortschritt nahezu zum Erliegen gebracht. Neue Möglichkeiten in Technik und Medizin stehen höchstens der reicheren Bevölkerung zur Verfügung, für alle anderen haben die letzten Jahrzehnte kaum Veränderung gebracht.

Die Öffentlichkeit weiß nur wenig über das Leben in den Gefängnisstädten, es kursieren mehr Gerüchte als Tatsachen. Nur eines ist sicher – bisher ist nicht ein Einziger jemals zurückgekehrt.

2 – JUSTIZ, URTEIL UND DER WEG NACH VEXHAM
Die Regierung will Ruhe in der Bevölkerung, und sie will sie erzwingen, indem sie die Störfaktoren aus der Welt schafft. Was zu Beginn eine extreme Maßnahme zur Abschreckung und zum Aussondern schwerwiegender Straftäter sein sollte, ist längst ein Universalmittel geworden, um all diejenigen loszuwerden, die irgendwo angeeckt sind. Seit der Eröffnung der ersten Gefängnisstadt am 1.09.2049 werden zunehmend mehr Haftstrafen verhängt. Kleinere Einzelvergehen können nach wie vor mit sozialer Arbeit oder Geldstrafen geahndet werden. Bei wiederholten Taten sinken die Chancen auf ein so gnädiges Urteil, und wer den falschen Richter erwischt, kann ebenso schnell zur Haft verurteilt werden. Jeder Häftling wird je nach Tatbestand in eine von drei Klassen eingeteilt:

Klasse A: Straftaten, die ein Menschenopfer gefordert haben,
Klasse B: Straftaten, die den Leib und/oder das Leben eines anderen gefährdet haben,
Klasse C: Straftaten gegen das Vermögen.

Ist das geschehen, kann den Angehörigen ein kurzer Abschied gewährt werden. Nicht immer wird das tatsächlich gestattet. Der Verurteilte wird dann in ein Zwischenlager, in der Regel die ursprünglichen Gefängnisgebäude, verlegt, wo er bis zu seinem endgültigen Transport in eine der sechs Städte inhaftiert bleibt. Alle persönlichen Gegenstände außer der sorgfältig kontrollierten Kleidung werden bei Antritt der Haftstrafe konfisziert. Die Reise nach Vexham wird ohne Gepäck angetreten. Mit etwas Glück und entsprechender Vorsicht können kleinere Gegenstände mit persönlicher Bedeutung aber vielleicht am Körper oder in der Kleidung versteckt werden.

In der Zwischenhaft wird jedem Verurteilten ein speziell hierfür entwickeltes Hormonimplantat eingesetzt, das die Fruchtbarkeit für die Lebensdauer effektiv unterbindet, um Schwangerschaften innerhalb Vexhams zu vermeiden. Das Implantat kann nicht entfernt oder herausgeschnitten werden. Sollte eine Schwangerschaft bereits während des Prozesses bestehen oder bei den entsprechenden Voruntersuchungen festgestellt werden, wird das Kind bis zum Geburtstermin ausgetragen. Anschließend wird das Neugeborene in das Foster Care System überführt und der oder die Gebärende tritt seine oder ihre Haftstrafe an, sobald der gesundheitliche Zustand das zulässt.

Nach unterschiedlich langen Wartezeiten steht schließlich der Transport an. Je nach Anzahl der neuen Häftlinge bringen Busse oder Transporter diejenigen zum Strafvollzug in die ausgewählte Stadt. Das Tor liegt im Südosten der Stadt und führt die Gefangenen über die ehemalige Hauptstraße ins Innere.

3 - VEXHAM
Die fiktive Stadt Vexham liegt im Norden des Bundeststaats Missouri. Was ehemals ein mittelgroßes Zentrum in dem spärlich besiedelten Gebiet war, hatte längst einen Großteil der jüngeren Bevölkerung verloren, die in größeren Städten auf bessere Jobs und ein erfolgreicheres Leben gesucht hatten. Die schwindende Zahl der Verbliebenen wurde umgesiedelt, um die Stadt für ihren zukünftigen Zweck freizuräumen. Zwar haben diejenigen, sie sie verlassen mussten, das meiste mitgenommen, aber viele Gebäude und deren feste Systeme sind noch intakt. Auch einige Fahrzeuge und alte Lagerbestände sind zurückgeblieben – wer sucht, der findet. Das ständige Durchkämmen der Straßen und Ruinen kann einem den einen oder anderen Schatz offenbaren. Nach Jahren ununterbrochener Bandenkriege und dem Auszehren dieser Ressourcen durch die wachsende Zahl von Häftlingen verschlechtert sich der Zustand der Stadt jedoch zusehends. Immer mehr Fenster bersten und werden mit Pappen ausgekleidet, die Räume sind schäbig, die übrigen Möbel zerschlissen. Die Architektur dieser Stadt, die schon lange vor ihrer Räumung weder attraktiv noch bedeutungsvoll war, hat sicher keine Preise verdient. Außer einigen öffentlichen historischen Gebäuden im Stadtkern handelt es sich hauptsächlich um schmucklose Wohnblöcke und in den äußeren Ringen um gewöhnliche Einfamilienhäuser. Längst sind Straßen und Wände verschmutzt, beschmiert und ungepflegt – wer dagegen ankämpft und sich um eine gemütlichere Unterkunft bemüht, sollte nicht nur erfinderisch sein, sondern auch bereit, sein Hab und Gut vehement zu verteidigen. Nichts von Wert bleibt in Vexham lange unangefochten.

Strom und Wasser sind nach wie vor angeschlossen. Wie zuverlässig und zugänglich sie sind, hängt davon ab, ob sich jemand der Wartung der entsprechenden Anlagen annimmt oder nicht. Es gelangen keine Telefone, Radios oder Computer in die Stadt. Über Störsender wird ein Funkkontakt nach außen verhindert, weder Telefonnetz noch Internet können angezapft werden. Innerhalb der Stadt ist es aber möglich, mit Funkgeräten und Walkie-Talkies zu kommunizieren.

Im Süden der Stadt befindet sich das Revier der Niners. Das ehemalige Stadtmuseum im Norden der Stadt ist das Hauptquartier der Bottle Tops. Zwischen den Fronten und etwas außerhalb des Zentrums im ehemaligen Industriegebiet haben sich die Phantoms eingenistet. Alles dazwischen ist Niemandsland und wird von Einzelgängern, kleineren Gruppen und den Spähern der Gangs durchkämmt. Vexham ist von zwei Mauern umschlossen. Die innere Mauer verläuft dicht um die Stadtgrenzen und begrenzt somit den für die Häftlinge zugänglichen Teil. Abgesehen vom scharf bewachten Eingangstor hat sie keine Unterbrechungen, ist mehrere Meter hoch und von unter Strom stehenden Natodraht bekrönt. Ein Teil von Vexhams ehemaligen Vororten wurde abgerissen, um eine enge Begrenzung zu ermöglichen. So schließt die Mauer ohne offenes Land an die Bebauung der Stadt an. In einem größeren Ring befindet sich die zweite Mauer, der Bereich dazwischen steht ebenfalls unter ständiger Beobachtung.

Ein Großteil der Stadt wird videoüberwacht, je nach Bedarf werden Wanzen und Kameras an unwissenden
Häftlingen oder in Gebäuden platziert.

Es herrscht ein gemäßigtes Kontinentalklima. Die Winter sind kalt, aber nicht vernichtend, die
Sommermonate angenehm warm. Das gesamte Jahr fällt relativ regnerisch aus.

4 – VERSORGUNG, WÄHRUNG
Aller zwei Tage wird Vexham per Hubschrauber mit Lebensmitteln versorgt. Die Zeiträume werden von den Gefangenen sorgfältig dokumentiert, jede Änderung sorgt für Aufruhr. Die Helikopter lassen Kisten mit aufklappbaren Böden auf eine sichere Höhe herab, dann lassen sie den Inhalt zu Boden fallen. Die Abwurforte sind nicht festgelegt und alles ist möglich, von der Mitte des Parkteichs bis zu den Häuserdächern. Naht die nächste Versorgungsladung, liegen alle Insassen auf der Lauer. Nur die ersten, die die Ladung erreichen, bekommen etwas ab, und um den Inhalt der Kisten wird erbittert gekämpft.

Sie beinhalten hauptsächlich haltbare Nahrungsmittel und Hygieneartikel wie Seife und Zahnpasta. Besonders um den Saisonwechsel kann man auch auf neue Kleidung hoffen. Gelegentlich sind auch kleinere Waffen dabei.

In Vexham existiert kein Währungssystem, Geld hat seine Bedeutung größtenteils verloren. Lebensmittel, Gegenstände und Dienstleistungen können in erster Linie ertauscht oder über Gefallen erhandelt werden.

5 – GÜNSTLINGE
Es gibt Dinge, die die einfache Bevölkerung nicht wissen muss. Dazu gehören die Videoaufnahmen innerhalb der Gefängnisstädte, die nicht nur der Überwachung des Geschehens dienen. Wer die richtigen Adressen kennt, kann sich für einen hohen Preis Zugang zu den Aufnahmen verschaffen. Diejenigen, die sich das leisten können, sind gegenüber der Justiz ohnehin vollkommen immun.
So gibt es einige Menschen in der Oberschicht, die sich regelmäßig zum Geschehen in Vexham auf dem Laufenden halten, Wetten abschließen, auf bestimmte Häftlinge setzen, die zu besonders guter Unterhaltung beitragen. Mit den entsprechenden Kontakten ist es möglich, denjenigen den einen oder anderen Vorteil zu verschaffen – ist jemand zum Günstling eines solchen hochrangigen Tieres geworden, kann er auf gelegentliche personalisierte Drohnen hoffen. Diese tragen in der Regel etwas bei sich, womit sich der Absender einen bestimmten Verlauf des Geschehens erhofft, ob er nun jemandem mit einer überlegenen Waffe zu einer erfolgreichen Schlacht verhelfen oder das Leben seines Favoriten mit selten in Vexham verfügbarer Medizin retten möchte. Das alles passiert unter der Hand mithilfe geschmierter Wachleute, und noch sind keine Informationen darüber an die Öffentlichkeit gelangt.

6 – LEICHENTRANSPORT
Die vielen Toten, die der Gesetzlosigkeit zum Opfer gefallen sind, müssen hauptsächlich aus Seuchenschutzgründen dringend aus der Stadt entfernt werden. Einige Gefallene werden von ihren Gefährten bestattet, aber auch für die anderen Leichen gibt es Regelungen: freiliegende Leichname werden von Helikoptern abtransportiert, Tote aus geschlossenen Räumen oder schwer zugänglichen Bereichen von speziellen Einsatzteams abgeholt, die unbeobachtete Momente nutzen und ebenfalls per Hubschrauber ins entsprechende Areal gelangen.
An den Toren der Stadt gibt es außerdem eine Sammelstelle, die vor allem deshalb genutzt wird, weil die Häftlinge sich ein würdiges Begräbnis für gefallene Kameraden erhoffen. Ein ungeschriebenes Gesetz in Vexham gilt dem Weg dorthin – wer sich mit einem Toten auf dieser Straße befindet, wird für gewöhnlich nicht angegriffen. Nur der Rückweg kann gefährlich werden.

Reply Edited on 07/14/2021 05:32 PM.

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